Wie vorhergesagt, sorgte der Regen tatsächlich für eine Neuordnung der Spielregeln in dieser sechsten Sonderprüfung. Rallye Le Touquet – Pas-de-Calais. Auf der 12,59 Kilometer langen Etappe Verchocq – Wicquinghem verschlechterten sich die Bedingungen rapide und verwandelten das Terrain, das zuvor Zweiradantrieb begünstigt hatte, in eine regelrechte Falle für das gesamte Fahrerfeld. Und die Porsche, die heute Morgen noch so dominant waren, unterlagen diesmal der Regel der Rally2.
Yoann Bonato und Benjamin Boulloud nutzten die schwierigen Bedingungen optimal aus, fuhren in ihrem Lancia Ypsilon HF die schnellste Zeit auf der Wertungsprüfung und sicherten sich gleichzeitig den Gesamtsieg mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor Raphaël Astier und Denis Giraudet (Porsche 992 GT+). Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, als auch die amtierenden französischen Meister nicht verschont blieben: „Ich hatte eine extrem heiße Phase. Ich musste mich im fünften Gang an einen Hang lehnen. Danach bin ich deutlich langsamer geworden“, erklärte Bonato im Ziel. Hugo Margaillan und Mathieu Coppa (Hyundai i20N Rally2) komplettieren das vorläufige Podium mit 6,8 Sekunden Rückstand.
Lefebvre im Graben
Die wichtigste Neuigkeit dieser WP6 ist zweifellos der Offroad-Ausflug von Stéphane Lefebvre und Andy Malfoy, die bis dahin Dritter in der Gesamtwertung und Führende der Rally2-Klasse waren. Toyota GR Yaris. Ihr Ausfall, der ersten Berichten zufolge nicht schwerwiegend war, beraubt die Rallye eines ihrer Hauptfavoriten und wirbelt die Gesamtwertung durcheinander. Die Stelle, an der sie von der Strecke abkamen, hat deutliche Spuren hinterlassen: „Auf den zwei Kilometern, wo Stéphane von der Straße abkam, ging es ums nackte Überleben. Es gab Wasserläufe und schlechte Sicht“, sagte Éric Brunson. Pierre Ragues fasste die allgemeine Stimmung zusammen: „Wir sind enttäuscht für Stéphane; es war eine echte Falle.“
Margaillan, der die schnellste Zeit auf der Wertungsprüfung gefahren hatte, beschrieb die Strecke ebenfalls als extrem anspruchsvoll: „Es war unglaublich knifflig. Ich beruhigte mich erst, als ich Stéphane im Graben sah. Es gibt Wasserläufe, es ist wirklich nicht einfach.“ Auch Côme Ledogar und Méryl Giraldo, die auf der Wertungsprüfung mit Problemen zu kämpfen hatten – einer kam von der Strecke ab, konnte sich aber wieder fangen –, sehen sich nun mit erheblichen Schwierigkeiten bei ihrer Rallye konfrontiert.
Hinter dem neuen Podiumsplatz von Bonato – Astier – Margaillan rückten Quentin Gilbert und Christopher Guieu (Škoda Fabia RS Rally2) auf den vierten Platz vor, während Thomas Anacleto und Marie Stirling, die laut Beifahrerin eine vorsichtige Wertungsprüfung unter schwierigen Bedingungen mit starkem Nebel fuhren, den fünften Platz belegten. Julien Casale und Pierre Delorme, die ebenfalls mit Problemen auf der Wertungsprüfung zu kämpfen hatten, konnten dennoch den sechsten Platz verteidigen. Éric Brunson – Cédric Mondon (Citroën C3), Pierre Ragues – Julien Pesenti (Škoda Fabia RS Rally2), Lucas Darmezin – Charlyne Quartini (Hyundai i20N Rally2) und Benjamin Stirling – Florence Stirling (Citroën C3) komplettierten die Top Ten.
Astier, zwar zurückgestuft, aber immer noch im Rennen, brachte die Situation perfekt auf den Punkt: „In den engen Abschnitten stand viel Wasser. Es ist jetzt eine ganz andere Rallye.“ Die letzten drei Wertungsprüfungen des Tages, die nachts stattfinden, dürften entscheidend sein.


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