Robert Charles „Bob“ Tullius, ein erfolgreicher Rennfahrer und visionärer Anführer, hinterlässt sowohl durch seine Leistungen auf der Rennstrecke als auch durch seinen Einfluss abseits der Strecke einen tiefgreifenden Eindruck in der Geschichte des Langstreckenrennsports.
Tullius, Mitbegründer der Gruppe 44, tat sich in den 1980er-Jahren am Steuer hervor, insbesondere in der GTP-Kategorie. Er errang zehn Siege in dieser Klasse, vorwiegend am Steuer von Jaguar XJR-5 und XJR-7. Sein größter Erfolg bleibt sein Sieg in dieser Kategorie bei der 24 Stunden von Le Mans 1985, zusammen mit seinem Landsmann Chip Robinson und dem Franzosen Claude Ballot-Léna.
Seinen letzten Sieg als Fahrer errang er 1986 bei einem Dreistundenrennen in Daytona. Schon lange zuvor hatte sich Tullius in der Trans-Am-Serie einen hervorragenden Ruf erworben. Bereits 1966 gewann er das allererste Rennen der Meisterschaftsgeschichte in Sebring am Steuer eines Dodge Dart. Insgesamt erzielte er 21 Siege in der Serie, hauptsächlich mit Triumph, und etablierte sich damit als eine ihrer prägendsten Figuren.
Gruppe 44, ein nachhaltiger Maßstab
Das von Brian Fuerstenau und Dick Gilmartin gegründete Team Group 44 etablierte sich als eines der erfolgreichsten Teams seiner Zeit. In seinen 25 Jahren des Bestehens errang es 14 nationale Titel und über 300 Siege in allen Wettbewerben. IMSATrans Am und SCCA.
Das Team trug auch dazu bei, große Namen wie Hurley Haywood zu entdecken und zu fördern, der 1988 mit einem von Tullius eingesetzten Wagen den Trans-Am-Titel gewann. Neben seinen bemerkenswerten Erfolgen auf der Rennstrecke war Bob Tullius auch ein Pionier im Aufbau moderner Teams. Schon früh erkannte er die Bedeutung von Kommunikation und Marketing im Motorsport.
Nach seiner Rennfahrerkarriere konzentrierte er sich auf Promotion und Öffentlichkeitsarbeit und entwickelte Strategien, die zu dieser Zeit beispiellos waren: verstärkte Medienpräsenz, Kooperationen mit Händlern, lokale Kampagnen vor den Rennen… Ein Ansatz, der heute im Fahrerlager unerlässlich ist.
Einstimmige Anerkennung
Der mehrfach ausgezeichnete Tullius wurde in mehrere angesehene Ruhmeshallen des Motorsports aufgenommen: Sebring Hall of Fame (2014), SCCA Hall of Fame (2015), British Sports Car Hall of Fame (2017), Motorsports Hall of Fame of America (2018), bevor er 2025 in die IMSA Hall of Fame aufgenommen wird.
Nach Bekanntwerden seines Todes trafen aus der Welt des Motorsports zahlreiche Würdigungen ein, die ihn einhellig als „Legende“ bezeichneten. IMSA-Präsident John Doonan würdigte ihn insbesondere mit folgenden Worten: einer der wahren Pioniere des amerikanischen Motorsports, ein visionärer Wettkämpfer und ein Gentleman, dessen Anwesenheit jedes Fahrerlager aufwertete. ".
Tullius' Karriere hätte auch anders verlaufen können. In den 1960er-Jahren, während seiner Tätigkeit bei Kodak, stand er vor der Wahl zwischen seinem Job und dem Motorsport. Er entschied sich für die Rennstrecke – eine Entscheidung, die sich als wegweisend für die Geschichte des Sports erweisen sollte. Bob Tullius hinterlässt seine Familie, darunter seine Tochter, seine Schwiegertochter, acht Enkelkinder und drei Urenkel. Ein Gedenkgottesdienst wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
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