Loïc, du bist hier beim Kennol Historic French GP, um diesen Tyrrell P34 zu fahren, den dein Vater 1976 gefahren ist. Wie fühlt es sich an, mit einem solchen Auto auf die Rennstrecke zu gehen?
Wir müssen die Dinge im Kontext betrachten: Das ist nicht das erste Mal Formule 1 Dass ich fahre. Zwei Wochen zuvor saß ich am Steuer des Tyrrell 007 (Patrick Depailler bestritt damit zwischen 1974 und 1976 26 Grand Prix – Anm. d. Red.) beim historischen Grand Prix von Monaco – das war schon ein sehr emotionaler Moment. Aber dieser Sechsradwagen ist etwas ganz anderes. In meiner Kindheitserinnerung ist er untrennbar mit dem Bild meines Vaters verbunden. Er ist meine Proustsche Madeleine. Ein Auto, das mich schon immer fasziniert hat, so technisch außergewöhnlich ist es. Es gewann einen Grand Prix in Schweden, wo mein Vater Zweiter wurde. Es war sein Baby: Er überwachte die gesamte Entwicklung und glaubte von ganzem Herzen daran. Also ja, ich kann am Montag sterben – ich habe alles erreicht.
@autohebdo.mag ❤️Eine Vater-Sohn-Geschichte für Loïc Depailler beim KENNOL Grand Prix de France Historique! . 🎬Schnitt: Hugues Derckel . #autohebdo #Motorsport #historischer Grand Prix von Frankreich #f1 #historisch ♬ Originalton – AUTOhebdo
Es muss ein sehr emotionales Erlebnis gewesen sein, sobald Sie auf der Rennstrecke waren…
Der Einstieg in dieses Auto war kein Zufall. Es ist ein Projekt, an dem ich zwei Jahre lang mit Emmanuel Pozet gearbeitet habe. Vor Kurzem habe ich außerdem ein Buch mit meinem Co-Autor Éric Bhat (einem ehemaligen Journalisten, der unter anderem für AUTOhebdo gearbeitet hat) veröffentlicht, der leider am 8. Juni verstorben ist. Auch er hatte mit Ihrer Publikation zusammengearbeitet. Wir wollten dieses Auto unbedingt anlässlich der Buchveröffentlichung fahren – aus Werbegründen und aus sehr persönlichen. Ohne Emmanuel Pozet und Hugues Ripert, den Gründer von Spark, der inoffiziell als „Mr. Tyrrell“ bekannt ist, wäre all dies nicht möglich gewesen: Er hat ein Rennteam wiederaufgebaut und verfolgt zahlreiche weitere Projekte. Diesen dreien verdanke ich es, in diesem Auto zu sitzen.
Warum war es Ihnen wichtig, dieses Buch „Depailler by Depailler“ zu schreiben? Ging es Ihnen darum, eine Seite Ihres Vaters zu enthüllen, die die Öffentlichkeit nicht kennt?
Eric Bhat drängte mich 25 Jahre lang liebevoll dazu, dieses Buch mit ihm zu schreiben. Damals hatte ich gerade meine Karriere im Motorsport beendet und begann meine journalistische Laufbahn – ich wollte mir einen Namen machen, mein Leben selbstbestimmt gestalten. An dem Tag, als ich beschloss, den Journalismus aufzugeben und Fahrlehrer zu werden, wurde mir klar, dass der Zeitpunkt gekommen war. 40 Jahre lang sammelte ich Erinnerungen von allen, die meinen Vater gekannt hatten, und trug so unzählige Zeugnisse zusammen. Endlich fühlte ich mich bereit, Patrick Depaillers Sohn voll und ganz anzunehmen. Die Idee war, sein Andenken durch dieses Buch und durch Momente wie diesen lebendig zu halten.
Ist die Veröffentlichung dieses Buches trotz Eric Bhats Tod auch eine Art, ihm Tribut zu zollen?
Absolut. Ich mache das genauso sehr für ihn wie für mich selbst. Es war sein Projekt, er hat voll und ganz daran geglaubt. Er hatte sehr ehrgeizige Verkaufsziele. Ich werde nicht aufhören, bis wir sie erreicht haben.
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