Elfyn Evans im Überlebensmodus: „Es fühlt sich an, als hätten wir nie Zeit zum Atmen.“

Nach seinem Ausfall am Freitag erlebt Elfyn Evans eine schwierige Rallye Kroatien. Zwischen misslungenen Reifentests und einem herausfordernden Tag ohne Service hat der Waliser nun den Super Sunday fest im Blick.

veröffentlicht 11/04/2026 à 14:08

Zoé Ledent-Mouret

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Elfyn Evans im Überlebensmodus: „Es fühlt sich an, als hätten wir nie Zeit zum Atmen.“

© TGR WRT / McKlein

Für Elfyn Evans gab es am Samstagmorgen in Kroatien nicht viel zu retten. Wie sein Teamkollege Oliver Solberg schied auch der Führende der Rallye-Weltmeisterschaft bereits am Freitag, dem ersten Tag, aus und befindet sich somit für den Rest des Wochenendes im Super-Rallye-Modus. Während Solberg seinen Tag jedoch mit einer aggressiven Demonstration der Stärke des Schweden gestaltete, erlebte Evans eine deutlich mühsamere Morgenrunde. Nachdem er in WP9 7,3 Sekunden hinter dem Schweden zurückgefallen war, verlor er in WP11, der Königsprüfung des Morgens, weitere 17,4 Sekunden, da er sich für harte Reifen entschieden hatte – eine Wahl, die sich auf dem kroatischen Asphalt als fatal erwies.

Der Waliser sucht keine Ausreden. Im Gespräch mit AUTOhebdo nach der morgendlichen Runde räumte er bereitwillig die Verantwortung des Teams für diese Schwierigkeiten ein: „Es war nicht der beste Morgen. Wir haben ein bisschen mit den Reifen experimentiert, aber vielleicht war das nicht die beste Wahl, so ist das eben.“ Ein kurzer Satz, der aber alles sagt: Die Wette ist nicht aufgegangen, und Evans weiß es.

Das ungewöhnliche Format des Rennens am Samstag – ohne Servicestopp zur Mittagszeit – vereinfachte die Reifenpflege für die Teams nicht. Der Fahrer ToyotaDer Fahrer, der seine Reifenwahl in kurzer Zeit zwischen den Etappen mit seinem Team abstimmen muss, hatte das Gefühl, den ganzen Morgen nur sich selbst hinterherzujagen. Er brachte es deutlich zum Ausdruck: „An einem Tag wie heute kann die Zeit, die wir haben, um Informationen zu beschaffen und Reifen auszuwählen, etwas chaotisch sein; wir haben das Gefühl, nie einen Moment zum Durchatmen zu haben.“ Was das Format selbst angeht, bleibt der Waliser differenziert. „Ich denke, es gibt da natürlich zwei Seiten: Wenn man für die Sonderprüfungen eine etwas längere Strecke zurücklegen muss, ist es besser, wenn der Tag insgesamt relativ kurz bleibt. Wenn es dann Probleme gibt, ist das natürlich nicht ideal.“

Supersonntag als einziger Horizont

In diesem Zusammenhang hat Evans nur ein Ziel vor Augen: am Sonntag wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Beim Super Sunday erhält der Fahrer mit der schnellsten Tageszeit fünf Punkte und der Fahrer mit der schnellsten Zeit in der Power Stage weitere fünf – insgesamt also zehn Punkte für einen Fahrer, der in der Gesamtwertung bei Null startet. RallyeFür den Tabellenführer sind diese Punkte nicht unerheblich: „Das Wichtigste ist, so gut wie möglich auf morgen vorbereitet zu sein.“ Da Evans seine Führung in der Gesamtwertung die ganze Saison über verteidigen muss, darf er seinen direkten Konkurrenten keine wertvollen Punkte entgehen lassen. Der Samstagmorgen ist ein Kapitel, das er schnell abschließen muss. Es bleibt abzuwarten, ob er seine Nachmittagsläufe verbessern kann; die dreizehnte Wertungsprüfung in Kroatien ist für 14:11 Uhr angesetzt.

Interview von Pierre Barré in Kroatien

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