Es scheint eine Ewigkeit her, dass Pecco Bagnaias Ducati die Nummer 1 trug, reserviert für den amtierenden Weltmeister. Doch es ist noch gar nicht so lange her, bis Jorge Martín ihm im November 2024 beim Solidarity GP in Barcelona die Krone entriss. Fünfzehn Monate sind vergangen, aber diese goldene Ära für Bagnaia, der den Titel 2022 und 2023 gewann, scheint nichts weiter als eine Fata Morgana gewesen zu sein, die so schnell verschwand, wie sie gekommen war. Warum? Weil der Italiener eine Saison 2025 hinter sich hat, die weit unter seinen üblichen Leistungen lag. Auf der GP25 nie wirklich souverän, wurde er von Marc Márquez deklassiert und gewann nur zwei Grand Prix: in Texas, weil Márquez verunfallt war, und in Japan, als der Spanier sich damit begnügte, sein Rennen so zu gestalten, dass ihm ein Podiumsplatz für den Titel reichte.
„Jorge Lorenzo hat etwas Wahres gesagt: Man erinnert sich an dich so, wie du bei deinen letzten Rennen warst. Das ist normal, das ist logisch.“Bagnaia analysiert dies mit großer Klarheit. Allerdings haben die jüngsten Auftritte für ihn keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seine Saison 2025 war ein langer, beschwerlicher Weg, den er in Valencia unbedingt beenden wollte. Der zweimalige Weltmeister ist aber nicht umsonst ein großer Champion: Er ist voller Energie und geht mit neuer Kraft in die entscheidende Saison 2026. Sein neues Motorrad scheint perfekt zu ihm zu passen, sein Lächeln ist zurück und er wirkt bereit, sich seinen Titel zurückzuholen.
Um seine Zukunft zu sichern, muss er in diesem Jahr ein ernsthafter Titelkandidat sein, da sein Vertrag mit Ducati am Ende des Jahres ausläuft. „Es ist offensichtlich, dass eine Saison wie die letzte einen in eine schwierige Lage bringen kann.“ er stellt fest. So ist es nun mal. Wir leben in einer Welt, in der sich alles sehr schnell bewegt, also müssen auch wir uns schnell bewegen. Noch vor zwei Jahren wäre es völlig undenkbar gewesen, dass Ducati den Vertrag mit seinem Aushängeschild nicht verlängern würde, angesichts des unerschütterlichen Vertrauens, das Borgo Panigale in seinen Fahrer setzte. Doch mit Márquez' Rückkehr an die Spitze und seinen jüngsten Schwierigkeiten gerät Bagnaia selbst unter Druck.
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Bagnaia von Acosta bedroht?
In den letzten Wochen kursierten Gerüchte über Pedro Acostas wahrscheinlichen Wechsel zum Ducati-Werksteam im Jahr 2027, was Bagnaia natürlich den Platz im Fahrerlager kosten würde. Der Fahrer mit der Nummer 63 ist davon jedoch nicht sonderlich beunruhigt, da er aufgrund seiner bisherigen Erfolge im Fahrerlager weiterhin hohes Ansehen genießt. „Ich führe die Gespräche fort. Ich habe viele Optionen, es geht nur noch darum, eine Entscheidung zu treffen.“ er stimmt zu. „Wir befinden uns mehr oder weniger in der gleichen Situation. Ich habe einige sehr gute Angebote und werde mich schnell entscheiden.“
Während Aprilia einen Teamkollegen für Marco Bezzecchi sucht, dessen Vertrag bis 2028 verlängert wurde, könnte Bagnaia ein aussichtsreicher Kandidat für eine Wiedervereinigung mit seinem Landsmann und engen Freund aus gemeinsamen VR46-Akademietagen sein. Alternativ könnten auch andere Hersteller alternative Wege aufzeigen, selbst wenn fabio quartaro Bagnaia scheint Honda und Jorge Martin auf Yamaha immer näher zu kommen. Das Problem ist, dass ihre Motorräder aktuell weniger konkurrenzfähig sind als die Ducati, auch wenn das neue Reglement 2027 die Situation verändern wird. Wäre es die ideale Lösung, ein Satellitenteam zu finden, um weiterhin von der Ducati zu profitieren? Bagnaia schließt diese Option vorerst aus, was ihn möglicherweise zu VR46 geführt hat.
„Ich glaube, ich bin ein Spitzenfahrer, daher sollten mich meine Ambitionen dorthin führen.“ die italienischen Schnitte. „Es gibt viele Möglichkeiten, und was ich in den letzten Jahren gut gemacht habe, hilft mir heute ganz klar. Ohne Druck oder Eile werde ich die Entscheidung treffen, die mir richtig erscheint.“
Pecco Bagnaia hofft, seine Zukunft so schnell wie möglich zu regeln. „In den letzten drei oder vier Jahren wurden die Verträge viel früher unterzeichnet, aber so ist es nun mal, und ehrlich gesagt finde ich das großartig.“ Er erklärt, und schließt sich damit den Aussagen von Alex Márquez an, der seine Zukunft vor Saisonbeginn kennen möchte. Für Bagnaia könnte es die beste Option sein, noch etwas abzuwarten, um zu zeigen, dass er seine Form wiedergefunden hat und das schlechte Image der Saison 2025 ausmerzt. Wie er treffend, in Anlehnung an Jorge Lorenzo, formuliert: Wenn es darum geht, einen Fahrer zu beurteilen, erinnern wir uns immer an seine letzten Rennen.
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