La Formel E tritt in eine neue Ära ein. Mit dem 975 RSE, Porsche verrät a Auto Damit bricht das Bild von elektrischen Rennwagen, wie wir sie bisher kannten. Der Gen4 leistet im Attack-Modus 600 kW – das entspricht 816 PS – im Vergleich zu 350 kW beim Vorgängermodell, eine Steigerung der Maximalleistung um 71 %. Er verfügt über permanenten Allradantrieb und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 330 km/h. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in rund 1,8 Sekunden. Thomas Laudenbach, Vizepräsident von Porsche Motorsport, ordnet diese Entwicklung historisch ein: „Als die Meisterschaft 2014 begann, benötigte jeder Fahrer zwei Autos pro Rennen. Eine einzelne Batterie reichte nicht für die gesamte Distanz. Diese Zeiten sind längst vorbei. Seit 2024 entwickeln wir einen Rennwagen, der uns auf Augenhöhe mit den anderen Fahrern bringt…“ Formule 2. "
Die auffälligste Neuerung der vierten Generation ist die Einführung eines signifikanten Abtriebs – ein Novum in der Geschichte der Formel E. Bislang entwickelten sich die Elektroautos der Rennserie ohne nennenswerten Abtrieb, ähnlich wie die ersten Generationen von Einsitzern. Olivier Champenois, technischer Leiter des Formel-E-Projekts bei Porsche Motorsport, erläutert diese Entwicklung: „Innerhalb von kaum einem Jahrzehnt ist die Formel E so schnell geworden, dass aerodynamischer Abtrieb mittlerweile eine Notwendigkeit ist.“ Um den optimalen Kompromiss zwischen Abtrieb und Energieverbrauch zu erzielen, entwickelte die Meisterschaft zwei unterschiedliche Aerodynamikpakete: ein Kit mit geringem Luftwiderstand für das Rennen und ein Kit mit hohem Abtrieb für das Qualifying, wo der Kraftstoffverbrauch keine Rolle spielt. Der Unterschied zwischen den beiden Paketen entspricht bis zu 150 % mehr Abtrieb im Vergleich zum Gen3 Evo.
Interne Entwicklungen, um auf Kurs zu bleiben
In der Formel E legen die Hersteller Wert auf die Entwicklung von Komponenten, die direkt in ihren Elektro-Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen. Porsche bildet da keine Ausnahme, und die Liste der im eigenen Haus entwickelten Komponenten für den 975 RSE hat sich im Vergleich zur Vorgängergeneration deutlich verlängert: DC/DC-Wandler, Wechselrichter, Elektromotor, Getriebe, hydraulische Differenziale und deren Steuergeräte, Bremsanlage "Brake-by-Wire"sowie der gesamten Managementsoftware. Champenois betont die Herausforderung, die diese erhöhte Arbeitsbelastung darstellt: „Obwohl wir für Gen4 mehr Komponenten im eigenen Haus entwickelt haben als für Gen3, konnte das Gesamtgewicht unseres Pakets nur um 5 Kilogramm steigen.“ Die Batterie bleibt jedoch eine Standardkomponente, die von der Meisterschaft gestellt wird und nicht von Herstellern weiterentwickelt werden kann.
Florian Modlinger, Werksleiter des Porsche-Formel-E-Teams, betont, dass die Philosophie der Meisterschaft trotz dieses Technologiesprungs unverändert bleibt: „Das Konzept bleibt dasselbe: Die Vorschriften drängen uns dazu, die Effizienz unserer Autos in jeder Hinsicht zu maximieren – was uns für die Straße relevant macht.“ Der 975 RSE tritt die Nachfolge des Porsche 99X Electric an, dem erfolgreichsten Formelwagen in der Motorsportgeschichte des deutschen Herstellers mit vier Weltmeistertiteln in den letzten drei Saisons. Er bestreitet sein letztes Rennen im August in London, bevor der 975 RSE sein Erbe antritt.
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Wehrlein und Müller ungeduldig
Die beiden offiziellen Porsche-Fahrer, Pascal Wehrlein und Nico Müller, teilen sich die Testaufgaben seit November 2025, dem Datum der Erstausfahrt des Fahrzeugs. Der 975 RSE hatte bis Anfang April bereits 1.860 Testkilometer zurückgelegt. Wehrlein macht aus seiner Begeisterung kein Geheimnis: „Der Gen4 ist extrem schnell und macht richtig Spaß zu fahren. Ich denke, er wird für viele Fans und Kritiker gleichermaßen eine echte Offenbarung sein.“ Müller hebt den spektakulären Aspekt hervor, den die neuen Regelungen bieten sollen: „Besonders im Qualifying, wenn alle bis ans Limit gehen, dürfte es spektakulär werden – vor allem dank der starken Beschleunigung aus den Kurven heraus.“
Die Bezeichnung 975 RSE ist bedeutungsvoll. Sie verweist auf das 75-jährige Jubiläum von Porsche Motorsport im Jahr 2026 – eine Sportgeschichte, die laut Hersteller zunehmend vom elektrischen Rennsport geprägt sein wird. Das Renndebüt des Fahrzeugs ist für Dezember dieses Jahres geplant, nach der FIA-Homologation im Herbst. Porsche präsentiert den neuen Einsitzer als amtierender Formel-E-Konstrukteursweltmeister. Das nächste Rennen der Saison, bei dem der Gen3 Evo wieder zum Einsatz kommt, findet am 2. und 3. Mai in Berlin statt.
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